Seit Dezember 2016 sind wir unterwegs und auf vielen Kanälen kann man uns folgen. Wir posten manchmal etwas auf Facebook, auf Instagram täglich und ab und an einen Blogbeitrag. Und wer gerne bewegte Bilder sehen möchte, der kann unseren YouTube Kanal abonnieren und bekommt 4-5x im Monat etwas aus unserem Leben mit. Eine Sache habe aber alle Kanäle gemeinsam. Sobald sich neue Leute über uns informieren, kommen immer wieder zwei Fragen auf.

  • Wie geht das mit der Schule?
  • Wie finanziert man das?

Kind mit Lupe erkundet eine Wiese

Wir beantworten gerne wie die individuelle Lösung für uns aussieht. Anfangs haben wir das unter jedem einzelnen YouTube Kommentar oder Facebook Post getan. Mit steigender Anzahl an Fragen, geht uns nun die Zeit und „Puste“ aus. Ich nutze hier die Möglichkeit einen Artikel ins Netz zu stellen auf den ich in Zukunft immer wieder verlinken kann. Heute geht es um die Schule. In einem zweiten Artikel dann um die Finanzierung der Reise.

Sind wir Schulgegner?

Nein! Wir haben im Bundesland Schleswig-Holstein gewohnt und unsere beiden ältesten Kinder sind in die 2. bzw. 3. Klasse der Grundschule gegangen. Beide Kinder hatten sehr viel Spaß am Unterricht und waren gut im Klassenverbund integriert. Wir begegnen auf unserer Reise immer mehr Familien, die komplette Schulgegner sind. Da werden dem System viele Fehler vorgeworfen und alternative Schulmethoden (Freie Schule, Montessori,…) als Allheilmittel gepriesen.

Wir sehen das ganze sehr entspannt und haben schon Kinder getroffen die auch auf solchen Schulen unglücklich waren. Es gibt wohl kein System, dass allen gerecht wird. Und den Anspruch haben wir auch gar nicht. Wir hinterfragen schon vieles aber sind mit unserer örtlichen Grundschule und den Lehrern sehr zufrieden! Wir glauben, dass es im Endeffekt immer an dem/der Lehrer(in) liegt. Wir sind keine Systemgegner, sondern hatten den großen Wunsch die Welt zu sehen und mussten uns mit den Regeln in Deutschland zur Schulpflicht arrangieren.

Abmelden oder Befreien?

Jedem der bis hier gelesen hat, erzähle ich nicht neues, wenn ich sage, dass in Deutschland eine Schulpflicht besteht. Anders als in einigen anderen europäischen Ländern entfällt somit die Möglichkeit die Kinder selber zu Hause zu unterrichten. Wir sind auch keine Lehrer und maßen uns nicht an, die Kindern besser als eine Schule unterrichten zu können. Auch diesen Ansatz hören wir häufig. Eine Weltreise bildet Kinder besser, als stupider Frontalunterricht. Zu diesem Statement komme ich später nochmal. Die einzige Möglichkeit auf Reisen gehen zu können besteht somit in einer Befreiung von der Schulpflicht für die Dauer der Reise. Als Alternative kommt nur noch eine Abmeldung aus Deutschland in Frage. Viele Langzeitreisende tun dies auch. Wer aber gerne wieder nach Deutschland zurückkommen möchte und nicht unnötig Lust hat auf Bürokratie, der versucht den ersten Weg einer Schulbefreiung. Angenehm bei dieser Lösung ist auch das weiterlaufende Kindergeld.

Steuererklärung

Steuererklärung

Wir haben auch unser Eigenheim vermietet und sind steuerpflichtig (Mieteinnahmen) in Deutschland. Eine Abmeldung macht vieles komplizierter. Auch eine Abmeldung ist nicht ganz einfach. Je nach Bundesland und Beamten in der Meldebehörde, haben wir schon die kuriosesten Geschichten gehört. Da gleicht keine Story der anderen. Von einer einheitlichen Auslegung der Gesetzeslage kann man kaum sprechen. Die Praxis zeigt Grauzonen. Im Weltreise-Podcast berichten übrigens viele Familien über genau die Erfahrungen. Wer Anregungen oder Austausch braucht, der kann hier reinhören.

Der Lösungsweg einer Befreiung oder Freistellung ist einer Abmeldung vorzuziehen.

Wie komme ich an die Schulbefreiung?

Die Antwort auf diese Frage mag so banal klingen, dass ihr mich sicherlich für doof haltet. „Einfach Fragen“, rate ich immer jedem. Die meisten träumen vom Reisen und vom Lernen unterwegs aber haben noch nie die Klassenlehrerin oder den Rektor angesprochen und die Gedanken geteilt. Auch bei der Auswahl einer Schule, kann so eine Frage der Schule gestellt werden. Es fällt schlichtweg mit der Einstellung der entscheidenen Person, ob man später eine Befreiung in der Hand hält oder nicht. Ein überzeugender Auftritt hilft sicherlich. Welcher Faktor bei uns am Ende ausschlaggebend war, wissen wir nicht. Hier sind die Gedanken, die wir und die Schule uns gemacht haben.

  • Die zweite und dritte Klasse sind innerhalb der Grundschulzeit betrachtet sozial die „unwichtigsten“ (Sie sind natürlich wichtig, aber in der ersten Klasse bilden sich die sozialen Kreise der Kinder und in der vierten Klasse ist alles vorbereitend für die weiterführenden Schule)
  • Wir haben Bereitschaft signalisiert, dass die Kinder das Schuljahr wiederholen
  • Jegliche Form von Fernunterricht wäre für uns akzeptabel gewesen
  • Eltern von Klassenkameraden unterstützen uns und senden uns den aktuellen Lernstatus der Klassenkameraden zu.
  • Wir hatten einen konkreten Zeitraum vor Augen. Ein Jahr berufliche Auszeit sollte mit einem Jahr Schulbefreiung harmonieren. Es gab nicht das Verlangen auf „unbestimmte“ Zeit auszusteigen.
  • Kritik an der Schule haben wir nicht geübt. Die Kinder lernen auf einer Weltreise auch. Das sind aber andere Inhalte und andere didaktische Methoden. Sich anzumaßen, dass ein Jahr Weltreise mehr ‚Mehrwert“ bietet als ein fundiertes Studium und die Erfahrung eines Lehrers geht mit Sicherheit nach hinten los.

Vom Gespräch mit der Schule bis zur Befreiung

Ein deutsches Sprichwort lautet: „Wie man in den Wald reinruft, so schallt es auch zurück.“ Mit genau dieser Einstellung sind wir gut vorbereitet auf die Schule zugegangen und haben um ein Gespräch mit der Rektorin und den beiden Klassenlehrerinnen gebeten. Überzeugend konnten wir darlegen, dass unsere Idee nicht nur ein Luftschloss ist, sondern sehr weit fortgeschritten in der Umsetzungsphase ist. Alle drei fanden die Idee sensationell, hatten aber so eine Situation noch nie zuvor handhaben und organisieren müssen. Wir beschlossen gemeinsam einen offiziellen Antrag beim Schulamt zu stellen. Inhaltlich stark angelehnt an die obigen Punkte wurde das Schreiben von der Schule mitunterschrieben und mit einem Telefonat der Rektorin im Schulamt angekündigt.

Warten, warten und warten

Warten auf die Befreiung

Warten auf die Befreiung

Nun begann für uns der unruhige Teil. Im Januar kontaktierten wir die Schule und im September hatten wir die Freistellung schriftlich in den Händen. In der Zwischenzeit folgten drei erfolglose Anrufe beim Schulamt, zahlreiche Ferien, weitere Gespräche mit der Rektorin und nicht minder viele Gebete. Bei einem Gespräch mit dem Schulamt klärte sich die Situation relativ schnell auf. Die Flüchtlingswelle nach Deutschland hat auch die Schulbehörden auf eine starke Belastungsprobe gestellt. Kinder mussten eingeschult und Klassengrössen angepasst werden. Ein Befreiungsantrag stellte da die kleinste Dringlichkeit dar. Verständlich. Wer nun mit dem Gedanken spielt, schnell auf Reisen gehen zu wollen, dem Raten wir zu einem etwas längeren Planungshorizont. Einige Dinge brauchen schlichtweg Zeit. Ob wir eine Befreiung bekommen hätten bei ständigem telefonischen Nachfassen in den Ämtern, lässt sich postum natürlich nicht rausfinden. Als ständige Nervensäge werden die Chancen aber sicherlich nicht ins Unermessliche steigen.

Was lernen die Kinder unterwegs?

Die Schulbefreiung sieht tatsächlich eine einjährige Befreiung vom Unterricht vor ohne Bedingungen. Um den Kindern einen Wiedereinstieg in den Klassenverbund zu ermöglichen und nicht ein „Faulenzerleben“ einschleichen zu lassen, haben wir uns auf der Reise mit verschiedenen Formen des Lernens beschäftigt. Wir haben uns für eine Mixtur aus vielem entschieden und fahren mit diesem Konzept bisher ganz gut. Reibungslos geht es natürlich nicht immer und wenn die Eltern gleichzeitig die Lehrer sein sollen, kann es auch schon einmal knallen im Hause.

Homeschooling
Schulbücher

Schulbücher

bedeutet im Prinzip, dass der Unterrichtsstoff nach Lehrplan dem Kind „zu Hause“ beigebracht wird. Inhaltlich sind die Kinder stets auf der Höhe mit den gleichaltrigen Kindern in der Schule. In der Praxis würde das für uns bedeuten ganz viele Schulbücher zu schleppen. Wir reisen minimalistisch und schwere Schulbücher passen nicht ins Gepäck. Zum Glück gibt es professionelle Lernsoftware und viele gratis pdf Vorlagen, die sich bequem online abarbeiten lassen. (Oriolus | Zentrale für Bundespolitische Bildung | allgemeinwissen.ch | ……) Unser Kinder lernen Mathe und Deutsch mit der Oriolus Software. Bei allgemeinwissen.ch ziehen wir uns Arbeitsbögen und drucken diese lokal hier in Asien aus.

Freilernen
Freilernen

Freilernen

bedeutet kurz gesagt, dass Kinder frei entscheiden was sie lernen. Auch das Lerntempo und die Intensität bestimmen die Kinder frei. Hat ein Kind ein bestimmtes Interesse gefunden, wird es von seinen Eltern unterstützt, um die Bildung in diesem spezifischen Bereich zu intensivieren. Das Vertrauen, dass das Leben die Kinder genug schult, ist eine der häufigsten Thesen von Freilernern. Wir sehen, dass unsere Kinder in diesen Bereichen wirklich aufblühen und regelrechte Experten werden. Sie haben wirklich viel Spaß am Lernen. Wir versuchen geschickt zu steuern, dass Englisch und Naturwissenschaften im Form des Freilernens erarbeitet werden. Unser Standardspruch. „Warum sollen wir den Kindern den Schmetterling auf einem Papier erklären, wenn vor uns eine echte Schlange sitzt?“ Und da bieten sich auf Weltreise genug Möglichkeiten, die Natur zu erklären. Die Kinder merken das Mama und Papa auch nicht alles wissen und gemeinsames nachschlagen bringt Spass.

Jetzt für unsere Flaschenpost anmelden und nichts mehr verpassen!

Englisch läuft nebenher. Grammatikalisch sind beide Kinder vielleicht schlechter als gleichaltrige aber der Wortschatz ist unglaublich groß und es gibt keine Angst diesen auch anzuwenden. Keine Hemmschwelle zu haben, eine neue Sprache anzuwenden ist für uns der grösste Lernerfolg. Do you agree?

Zukunft? Studieren oder was?

Diese Frage stellt sich uns mindestens genau so häufig. Was ist, wenn eure Kinder später einmal studieren wollen? Wir wissen es natürlich nicht. Wir wollen Ihnen aber die Möglichkeit geben das in der Zukunft selber zu entscheiden. Somit versuchen wir nach besten Möglichkeiten mit den Schulinhalten Schritt zu halten. Zu sehen, dass unsere Kinder Spass am Lernen haben in ihrem eigenen Lerntempo und mit Ihnen gemeinsam die Welt zu entdecken macht uns momentan einfach nur glücklich. Ob sie in der Zukunft einmal studieren werden oder überhaupt wollen, liegt nicht an uns zu entscheiden. Wir wollen glückliche Kinder haben.

Ab in die Uni?

Ab in die Uni?

Bereits nach einem halben Jahr in Asien haben die Kinder realisiert welch wertvolles Gut die Bildung sein kann. Sie müssen nicht betteln, um eine Familie zu ernähren. Mit dem klapprigen Rad oder gar zu Fuß stundenlang den Berg runter marschieren, um am Schulunterricht teilnehmen zu können. Lehrer die kaum aus dem eigenen Dorf rausgekommen sind, sollen den Kindern den Weg bereiten für eine bessere Zukunft. Wir haben in Deutschland ein Bildungssystem, dass in Europa vielleicht veraltet sein mag, im Vergleich mit der Welt ist es immer noch top. Das dürfen wir bei allem nicht vergessen. Wir picken uns momentan die Rosinen aus den Lernmethoden raus und geniessen die Weltreise. In einigen Jahren werden die Kinder nicht mehr mit uns reisen wollen und die Freunde werden wichtiger als wir Eltern. Dann wird es Zeit wieder zurückzukehren. Und den Einstieg ins Schulsystem wollen wir uns nicht verbauen.

Unser Umgang mit der Schulpflicht ist nur einer von mehreren möglichen. Du kannst bei SumfKinder, Tropical Freaks und Back2Family weitere Möglichkeiten nachlesen.

Nachdem Du nun herausgefunden hast, wie man die Kinder aus der Schule befreien kann, willst Du bestimmt auch wissen wie eine Weltreise finanziell realisierbar ist. Hier geht es zum Artikel.(Ups, er erscheint erst nächste Woche. Flaschenpost Leser erhalten ihn bereits am Mittwoch per e-Mail. Trage Dich jetzt schnell ein, wenn Du vor allen anderen informiert sein möchtest!)

Wie geht das mit dem Reisen?

 

Woher kommt das Geld?

Was ist mit der Schule?

 

Wir sagen es Dir! Trag Dich jetzt ein.


Danke, schau bitte in Dein E-Mail Postfach (auch im Spam-Ordner)