Malaysia – Rein ins „Chinese New Year Chaos“

Nach unserem Weltreisebeginn in Thailand, war es für uns an der Zeit weiter zu ziehen. Zusammen mit unseren Freunden, den Horlachers, machten wir uns auf den Weg nach Malaysia. Übernachtungsmöglichkeiten haben wir im Vorfeld nur für die ersten Tage gebucht, alles weitere würde sich schon ergeben. Das uns dabei aber noch das Chinese New Year in die Quere kommen würde, ahnten wir nicht im Geringsten.

Dieses verdammte Chinese New Year

Malaysia hat kulturell hauptsächlich chinesische und muslimische Einflüsse. Demnach ist das chinesische Neujahrsfest DIE Attraktion schlecht hin in Malaysia.

Silvester findet bei uns generell am 31. Dezember statt. Das Chinese New Year richtet sich nach dem Mond. Traditionell beginnend mit dem ersten Neumond des neuen Jahres, meist Ende Januar, und endend mit dem ersten Vollmond. So feiert nicht nur China, sondern auch ganz Malaysia das wohl bedeutendste Fest der chinesischen Kultur.

Schon im Vorfeld wird alles auf Vordermann gebracht und geschmückt was das Zeug hält, denn während der Festlichkeiten, bringt gefühlt alles Unglück.

Andere Länder – andere Sitten

Wenn man seine Wohnung während des Festes putzt, putzt man sein Glück weg. Genauso verhält es sich mit dem Haareschneiden/- Waschen und wer neue Schuhe braucht, sollte sie auch vorher besorgen.

Weiße und schwarze Kleidung sind ebenfalls tabu. Weiße Kleidung bedeutet Trauer und schwarze Unglück.

Wer Verbindlichkeiten gegenüber Dritter hat, sollte sie schleunigst vor Beginn des Festes bezahlen, denn sonst wird man das ganze Jahr über verschuldet sein, so der Glaube.

Wer noch mehr wissen möchte, kann hier schauen.

„Keong hee huat chye“ – bitte was?

Der Tag des Neumonds wird gemeinsam mit der gesamten Familie (deshalb ist auch alles ausgebucht) und einem Festessen gefeiert, am 15. Tag steigt das große Laternenfest. Löwen- und Drachentänzer ziehen durch die Straßen. Die Straßen und Häuser wurden im Vorfeld mit roten Laternen und Neujahrsgrüßen in Briefumschlägen (duilian) festlich geschmückt.

Mit „Keong hee huat chye“ wünscht ihr jemanden ein frohes neues Jahr auf Hokkien, der am weitest verbreiteten Sprache in Malaysia, neben Mandarin („Gonghe Xinxi“) und kantonesisch („Kung hei fat choi“).

„Penang – Die China-hochburg in Malaysia?

Wer in Penang ist, sollte sich unbedingt „Kek Lok Si Temple“, den Tempel des höchsten Glücks, anschauen. Er ist gelegen in Air Itam, einem Vorort von George Town, der Hauptstadt Penangs.

Dieser ist besonders während der Festlichkeiten zum chinesischen Neujahr mit tausenden Lichtern dekoriert. Eine Augenweide auch für kleine Kinderaugen, wenn es dunkel ist. Es ist der größte buddhistische Tempel in Südostasien und der berühmteste in Penang. Die Pagoge der 10000 Buddhas ist die Hauptattraktion des Tempels, hier wird lediglich ein geringer Betrag von 2MR erhoben. Ansonsten ist ein Besuch des Tempels kostenfrei.

 

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Hotelsuche wird zum Problem

Um von Koh Phangan nach Malaysia zu gelangen, sind wir drei Stunden mit der Fähre in Thailand unterwegs gewesen, um dann mit dem Nachtzug nach Penang, einem Bundesstaat Malaysias zu gelangen. Dort haben wir für die erste Nacht ein Hotelzimmer gehabt und uns dann ein Air BnB (23Reiseguthaben sichern)* mit den Horlachers geteilt, die wir zum Glück im Vorfeld schon gebucht haben. Anfangs haben wir uns noch über die Festlichkeiten zum Chinese New Year gefreut, weil alles wunderschön geschmückt und herausgeputzt war, doch als wir nach Borneo weiterreisen wollten, hat es uns eiskalt erwischt.

Familie Horlacher hat leider keinen Flug mehr nach Borneo nehmen können, weil alles ausgebucht war und zudem die Preise einfach explodieren in dem Zeitraum. So kam es, dass wir uns trennen mussten. Jetzt konnten wir auch erahnen, dass sich die Suche nach einer Unterkunft für uns fünf nicht einfach gestalten wird. Penang und auch Borneo sind wunderschön, gepflegt und ordentlich, doch trübt es die Stimmung ungemein, wenn man nicht weiß, ob und wo man für die Nacht unterkommt.

Die wohl schäbigste Absteige überhaupt

Der Tag neigte sich dem Ende und zum Glück haben wir eine Unterkunft gefunden. Doch leider war es die wohl schäbigste Absteige überhaupt. Gefährlich und gesundheitsschädlich, durch offene Steckdosen, Schimmel und keinem zu wünschen. Also setzten wir gleich früh am nächsten Tag unsere Suche fort. Wir klapperten gefühlt alle Hotels in Kota Kinabalu, der Hauptstadt des Bundesstaates Sabah, ab.

Zum Glück haben wir ein Zimmer im kleinen, süßen Hotel Basic für die nächsten sechs Tage ergattern können und der Druck fiel erst einmal ab. Wir waren super zufrieden, das Bett war groß genug für alle und es war sauber und ordentlich!

Wunder kommen, wenn man sie braucht!

Was wir die nächsten Tage aber noch erleben durften war zu schön um wahr zu sein. Wir konnten weitere drei Tage kostenlos im Hotel Grandis verbringen, da unsere Reisekasse mittlerweile mehr als gesprengt war.

Das Hotel im Zentrum von Kota Kinabalu hatte vier Sterne, einen Fitnessraum mit Meerblick, inmitten von Hochhäusern und einen Pool, über den sich die Kinder natürlich am meisten gefreut haben. Noch dazu haben sie uns ein extra Bett mit auf´s Zimmer gestellt, sodass jeder in seinem eigenen schlafen konnte. Was für ein gefühlter Luxus für uns.

Das hatten wir in der Tat schon lange nicht mehr. Genauso wie das super Frühstücksbuffet. Hier fanden sich relativ wenig „One Pot Gerichte“, wie es in Asien sonst üblich ist. Super für die Kids, da sie so genau sehen konnten, was es alles gibt.

Nach den nervenaufreibenden Tagen in Kota Kinabalu, war es an der Zeit weiter zu ziehen. Es verschlug uns in ein wunderschönes Strandresort. Für die Kinder war hier wieder von größter Bedeutung, dass sie einen Pool zum Plantschen haben, sogar mit Rutsche. Unser Augenmerk lag dann eher auf der idyllischen Lage, der Sauberkeit und super gepflegten Anlage.

 

Nasenaffen und günstiges Busfahren

Auch wenn Malaysia als sehr kinderfreundlich angepriesen wird, und das ist es im Grunde auch, nicht nur der Bevölkerung wegen. Doch für kleine Entdecker, so wie wir sie haben, wird der Spielplatz oder Pool dann doch langweilig. So haben wir uns dazu entschlossen eine typische Touritour auf´s Land zu machen und uns Nasenaffen in Papar, per Bootstour, inmitten des Regenwaldes, anzuschauen.

Um dort hin zu kommen, sind wir mit dem örtlichen Bus gefahren. Für gerade mal einen Euro pro Sitzplatz. Jedoch ist es nicht üblich, dass es feste Abfahrtszeiten gibt. Er fährt los, wenn der Bus voll besetzt ist. So kommt es durchaus vor, dass man eine längere Zeit warten muss. In unserem Fall 45min. Wenn man also einen Termin hat, sollte man sich ein Taxi bestellen.

Unser Strandhotel kostete leider auch ordentlich Geld, weshalb wir für die letzten 2 Wochen noch einmal unsere Bleibe wechselten. Hier hatten wir auch wieder eine eigene Küche und Waschmaschine, was uns das Leben um einiges erleichtert hat. Unsere Wohnung war in mitten einer Hochhaussiedlung. Es gab wieder einen großen Pool, in dem es sich lohnt auch mal ein paar Bahnen zu ziehen und einen sehr schönen, gepflegten Spielplatz für die Kinder, auf dem sie super Kontakt zu einheimischen Kindern aufnehmen konnten. Für Katrin gab es sogar ein Gym, somit waren alle glücklich.

Wilde Bootsfahrt

Wir wollten uns unseren Aufenthalt auf Borneo eigentlich mit einem Ausflug zu den Floating Villages versüßen, jedoch sahen wir es nicht ein die fünfmal teureren Touristenpreise zu zahlen. Wir fanden tatsächlich etwas abgelegen einen Bootssteg für Einheimische, dass uns, zusammen mit den Einheimischen, zu den kleinen Häuschen, gebaut auf Stelzen im Wasser, mitnehmen wollte. Jeder bekam seine Rettungsweste und wir fuhren los. Die Wasserschutzpolizei fand das allerdings überhaupt nicht gut und schickte unser Boot zurück zur Anlegestelle, wo wir aussteigen mussten. Angeblich zu unserer Sicherheit. Den Trip haben wir uns dann gespart und uns stattdessen ein Auto gemietet und eine Roadtour ans andere Ende von Borneo, für die nächsten vier Tage, gemacht.

Orang Utan Station

Unser schönster Eindruck von Borneo war das Sepilok Orang- Utan Rehabilitationscenter. Eine Auffangstation für hauptsächlich verwaiste Orang-Utans, deren Leben infolge der Rodung des Regenwaldes und der unerlaubten Jagd bedroht ist. Auch halten sich viele diese armen Wesen, illegaler Weise, als Haustiere. Diese kommen dann ebenfalls ins Center und werden dort, in mühevoller Arbeit, wieder ausgewildert. In den Aufzuchtstationen leben in etwa 25 der Menschenaffen und im gesamten Reservat ca. 60 bis 80. Das gesamte Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von 43 Quadratkilometer.

Das Center ist ein regelrechter Touristenmagnet. Es darf auch bei den Fütterungen der Affen zugeschaut werden, jedoch kann man nie im Vorfeld sagen, wie viele Affen kommen. Sie werden bewusst täglich ausschließlich mit Bananen gefüttert, damit es ihnen auf Dauer langweilig wird und sie von sich aus wieder in die Wälder ziehen und eigenständig Nahrung suchen. Besonders hart ist für die Orang-Utans die Abholzung des Regenwaldes, da sie die größten Lebewesen sind, die ausschließlich in den Bäumen leben.

Kokospudding und Abschied von Borneo

Gedanklich waren wir schon abgereist und in Kuala Lumpur, wo wir uns mit Freunden, die wir in Thailand kennen gelernt haben, treffen wollen. Da meldet sich plötzlich ein Einheimischer, den ich in einem Cafe´ kennengelernt habe und möchte uns mit auf einen Ausflug nehmen. Außer Packen hatten wir nichts weiter vor also sagten wir natürlich zu. Die Malaysier sind unglaublich offen und hilfsbereit. Sei es, dass uns jemand nach dem Einkaufen nach Hause fährt, damit wir uns das teure Taxi sparen können oder halt Alex, der uns einfach ein wenig sein Zuhause zeigen möchte.

Zuerst ging es in sein „Place to be“, wo es sehr leckeren Kokospudding gibt und dann weiter in ein „Seafood- Restaurant“, das seiner Tante gehört und gleichzeitig eine Aufzuchtstation für Scampis ist. Danach ging es weiter auf einen Pferdehof, der für uns nichts Außergewöhnliches ist, in Malaysia oder generell in Asien aber eine Besonderheit darstellt. Juliens Highlight war an diesem Tag mit Abstand die Krokodilfarm. Endlich konnte er welche aus nächster Nähe beobachten.

Nach unserem Ausflug mit Alex, ging es am nächsten Tag mit dem Flieger für ein paar Tage zurück nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias, bevor wir weiter nach Sri Lanka reisten. Schon waren wir wieder mitten im Großstadtdschungel. Wolkenkratzer und riesige Einkaufszentren mit teuren Mode Labels, soweit das Auge blicken kann, nicht nur in Kuala Lumpur, generell in den Städten.

Kuala Lumpur

Um irgendwohin zu kommen, nimmt man in Kuala Lumpur standesgemäß den Monorail, eine Art Straßenbahn, die nur auf einer Schiene fährt. Doch um zu der zu gelangen, oder generell um irgendwohin zu kommen, muss man jedes Mal durch ein Einkaufszentrum hindurch. Mit Kindern, die natürlich überall etwas finden, was sie gebrauchen können, nicht ganz so einfach. Es ist viel los und laut- typisch Großstadt also eher nicht so unser Ding. Auch wenn es in den Anlagen immer Spielplätze und Pools für die Kinder gibt, so haben wir es lieber abgelegen, ruhiger und idyllischer.

Was war nochmal „Bami Goreng“?

In Malaysia ist alles sehr gepflegt und ordentlich. Darauf wird strikt geachtet, aber auch, dass sich an Regeln gehalten wird. So war es in den Parkanlagen verboten sich auf die Grünfläche zu legen oder als erwachsener zu Schaukeln. Überall laufen Securities rum und sorgen für Ordnung und auch Sicherheit. Wahrscheinlich deshalb, weil laut auswärtigem Amt die Kriminalität immer mehr ansteigt. Dennoch gilt Malaysia als sicheres Land. Die Gesetze sind hart, so landet man schon für den Besitz von wenigen Gramm Marihuana im Gefängnis. Bei 200g Gras oder 15g Heroin wartet bereits die Todesstrafe auf einen.

Ansonsten ist das Preisniveau höher als in Thailand aber immer noch um einiges niedriger als in Europa. Eine 0,33l Flasche Wasser bekommt man für umgerechnet 0,30€ und den Liter Benzin für 0,50€. Dementsprechend sind auch die Taxifahrten weitaus günstiger. Jedoch sollte man mit dem Fahrer im Vorfeld einen Preis aushandeln, da sie oft das Taxameter nicht mitlaufen lassen wollen und Touristen gerne das Geld aus der Tasche ziehen. Grundsätzlich zahlt man 3RM für das Taxi, plus 2RM je gefahrenen Kilometer. Ein RM (Malaysischer Ringgit) sind gerade einmal 0,21€.

Wenn man noch mehr Geld sparen möchte, sollte man auf die örtlichen Busse setzen. Auch wenn wir alles Einheimische in Malaysia als sehr billig empfinden, so lohnt es sich nicht westliche Ware, wie Handys, PCs oder ne Levis Hose anzuschaffen, die Preise sind genauso hoch wie in Europa. Sehr ärgerlich hier besonders für Katrin: ihr geliebtes Porridge, ist dreimal so teuer wie in Deutschland, da es Importware ist. Reis gibt’s dagegen in Säcken hinterhergeschmissen.

In Malaysia gibt es wohl das vielfältigste Essen in Asien überhaupt, geschuldet der vielen unterschiedlichen kulturellen Einflüsse. Gegessen wird hauptsächlich mit den Händen, wobei die chinesische Bevölkerung, trotzdem dem mit Stäbchen isst und westliche Touristen auch Besteck bekommen. Das berühmteste Gericht ist Nasi Goreng, was eigentlich nichts anderes als gebratener Reis ist. Den bekommt man an jeder Ecke in den verschiedensten Variationen.

Reis ist auch hier Hauptnahrungsmittel. Hat man keine Lust auf Reis, ist Bami Goreng die Alternative, auch unter dem Namen Mee Goreng zu finden. Für uns deutsche sind es einfach gebratene Nudeln, ebenfalls in den verschiedensten Variationen zu bekommen, mit Fleisch, Meeresfrüchten oder verschiedenem Gemüse. Grundsätzlich wird es sehr scharf gewürzt, wer das nicht möchte, sollte es beim Bestellen sagen.

So teuer war Malaysia im Chinese New Year für uns!

So günstig Malaysia eigentlich ist, konnten wir davon durch das Chinese New Year kaum profitieren, die Kosten für die Unterkünfte haben definitiv unseren Ramen mehr als nur gesprengt. Hätten wir im Vorfeld schon Buchungen vorgenommen oder wären zu einer anderen Zeit dorthin gereist, wäre es sicherlich kostengünstiger gewesen. Hätte, hätte Fahrradkette.

Wir haben sage und schreibe 1400€ nur für unsere Unterkünfte ausgegeben, das waren fast unsere gesamten Reisekosten für einen Monat Thailand.

Für Essen und Trinken gingen 920€ drauf, ebenfalls teurer als in Thailand. Wobei wir hier das Frühstück in den Hotelpreisen mit inbegriffen war und wir uns teilweise selbstverpflegen konnten. Dennoch ist einmal Essen gehen mit der Familie für 10€ noch günstig.

Unsere Ausflüge schlugen mit 300€ zu Buche, wobei sich hier, als besonderes Highlight, der Besuch des Orang-Utan Rehabilitationscenters voll und ganz gelohnt hat.

An Flugkosten hatten wir 940€ bei der Air Asia für unsere Reiseroute, inklusive dem Flug nach Sri Lanka. Ein langsames und somit kostengünstigeres Reisen war dank dem Chinese New Year nicht möglich, da die Züge beispielsweise ebenfalls alle ausgebucht waren.

Alles in Allem hat uns dieser kurze Monat stattliche 3560€ gekostet, die ein ganz schön großes Loch in unsere Reisekasse gerissen hat. Die nächsten Monate müssen wieder deutlich billiger werden, denn sonst endet unsere Weltreise früher als geplant.

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