Drei Rallyes, ein Auto – unser Oldtimer Rallye Abenteuer in Deutschland und Europa beginnt in Opas Garage
In unserer Garage steht ein schwarzer BMW. Baujahr 1996. Mit Rallystreifen. Den hat Opa 1996 als Neuwagen ausgeliefert bekommen. Als Opa verstarb wurde sein Auto in der Garage mit Laken in einen langen Schlag gehüllt. Auch in der Garage war wichtig – jeder Ölwechsel gemacht, jede Inspektion eingehalten, Checkheft lückenlos. Es ist kein Showcar hinter Glas, kein Sonntags-Ausfahrts-Fahrzeug für zehn Kilometer bis zum Bäcker. Ein Auto, das gefahren werden will. Und das tut es – mit einer Zuverlässigkeit, die wohl nur Autos aus dieser Zeit haben. Reihensechszylinder und Automatikgetriebe die für die Ewigkeit entwickelt und gebaut wurden. Und weil er ein Stück Familiengeschichte ist, war uns klar, wir werden ihn ehrenhaft die Welt zeigen.
Irgendwann haben wir entschieden: Der gehört auf die Straße. Auf die richtige Straße.
Die erste Rallye war der Balkan Express. Das Konzept war denkbar simpel und gleichzeitig eine Eskalation: Frauenteam gegen Männerteam. Katrin mit ihrer Freundin, Stefan mit seinem Freund. Quer durch den Balkan, mit Roadbook, Hitzewellen, holprigen Straßen und diesem stillen, aber sehr ernsten Wettbewerb zwischen zwei Teams, die beide keinen Millimeter nachgeben wollten. Wir haben das auf YouTube dokumentiert – weil wir wussten, dass es sonst keiner glaubt. Und weil das Ergebnis dokumentiert werden musste: Das Frauenteam stand auf dem Siegertreppchen (Platz 3) Stefan schmunzelt leise - wer wissen möchte, für welchen Platz es für ihn bei der Rallye gereicht hat, der schaut sich die YouTube Videos an.
Rallye Nummer zwei: Baltic Sea Circle. Einmal rund um die Ostsee. Katrin wieder am Steuer, wieder mit ihrer Freundin. Stefan fuhr währenddessen mit Mathilda und dem Wohnmobil nach Österreich. Ergebnis: wieder Siegertreppchen. Der BMW läuft, Katrin läuft, das Gespann funktioniert mit einer Konstanz, die langsam verdächtig wirkt. Auch wenn sich die beiden Mädels diesmal ein wenig über die Rallyeleitung erbost haben (einige Teilnehmer spielen vielleicht nicht ganz nach den Regeln oder besser dem Ehrenkodex). Dennoch war klar - sobald Julien seinen Führerschein hat, steht ein Vater-Sohn Abenteuer an.
Und dann Rallye drei. Die Rallye: Knights of the Islands, durch England, Wales, Schottland und ne ganze Menge Inseln. Nebel über grünen Feldern, enge Landstraßen, seltsame Briefings und ein Vater-Sohn-Team, das sich nicht einig werden konnte, wer die Karte liest – aber sehr einig darüber war, dass man gewinnen will. Am Ende: Siegertreppchen. Natürlich.
Drei Rallyes. Drei Podestplätze. Ein Auto, das 1996 gebaut wurde und noch immer kein Erbarmen kennt.
Ein schwarzer BMW mit Rallystreifen und einer langen Geschichte
Was an diesem Wagen schwer zu erklären ist: Er hat Charakter. Er braucht manchmal zum Anspringen, weil die Zündkerzen absaufen, wenn man ihn zu kurz laufen lässt.. Er hat Abnutzungserscheinungen im Interior. Aber er kommt an – und wenn Katrin hinter dem Steuer sitzt, wirkt dieser alte BMW plötzlich wie ein Präzisionsinstrument.
Der Plan war nie, eine Rallye-Karriere aufzubauen. Der Plan war: Autos sollen fahren, nicht stehen. Irgendwie ist daraus eine Tradition geworden. Eine mit Siegertreppchen.

50 Ziele, ein Roadbook, kein fixer Plan – das neue Oldtimer Rallye Abenteuer in Deutschland
Und gerade ist bei uns im Briefkasten das Roadbook für das nächste Abenteuer gelandet. Diesen Sommer gibt es Rallye Nummer vier. Und sie ist anders als alles, was wir bisher gemacht haben.
Das Grundprinzip in wenigen Worten. Freie Zeiteinteilung der Ziele und Challenges über den ganzen Sommer, Deutschland von Sylt bis zur Zugspitze und vom Saarland bis an die polnische Grenze. Preislich eine ganz andere Kategorie und damit auch ein Super Einstieg für alle, die mal etwas Rallye Luft schnuppern mögen. Auf der letzten Rallye haben wir Louis kennengelernt. Er hat den zweiten Platz bei der Knights of the Island Rallye belegt und mehrere Rallye Erfahrungen sammeln dürfen. Gemeinsam mit seinem Vater hat er nun dieses einzigartige Konzept "Open Road Run" von Rallye Republic ausgearbeitet. Er ist kein Veranstalter im klassischen Sinne – kein großes Starterpodest, kein Kamerakran, kein Zeitplan dem man hinterherhetzen muss. Was Louis entwickelt hat, heißt Open Road Run. : 50 Destinationen verteilt über ganz Deutschland, 50 Challenges, ein Roadbook als Ticket in den Sommer.
Dass Roadbook kam vorgestern bei uns an. Und bereits beim Durchblättern war uns klar, dass es das ideale Format ist, um aus einem schnöden Wochenend- oder Tagesauflug an die Ostsee ein kleines Abenteuer zu machen. Für jede Region Deutschlands gibt es Ziele und Aufgaben. Jeder findet etwas in seiner Nähe.
Das Grundprinzip: Man kauft das Roadbook, bekommt Zugang zur Plattform dahinter, lädt absolvierte Challenges hoch, sammelt Punkte und bewegt sich auf einem Live-Scoreboard. Der Wettbewerb ist real – aber der Zeitplan gehört einem selbst. Das Zeitfenster läuft von Mai bis Ende August 2026. Welche Ziele man ansteuert, welche Route man fährt, wann man aufbricht – alles selbst entschieden. Mehr Informationen rund um das Roadbook gibt es direkt auf der Website des Open Road Run: rallyerepublic.de.
Was dieses Format anders macht
Bei den Rallyes, die wir bisher gefahren sind, gab es einen gemeinsamen Start. Alle leiden zusammen, alle feiern zusammen. Das ist gut – wegen der Energie, wegen der Gemeinschaft am Start, wegen der Adrenalin-Atmosphäre wenn hundert Autos gleichzeitig losfahren.
Der Open Road Run funktioniert anders. Die Gemeinschaft ist da, aber sie verteilt sich über ganz Deutschland und den gesamten Sommer. Man sieht auf der Plattform, wo andere Teams gerade sind, welche Challenges sie abgehakt haben, wie der Punktestand aussieht. Es ist ein bisschen wie ein riesiges Sommer-Spiel – mit Deutschland als Spielbrett und dem eigenen Auto als Spielfigur.
Für uns klingt das nach dem perfekten Format für eine Saison, in der man keinen fixen Starttermin blocken will, aber trotzdem Rennen fahren möchte. Der BMW steht bereit. Das Roadbook liegt auf dem Tisch. Jetzt muss nur noch die Route geplant werden. Und die darf auch mal sponten entschieden werden. Nach Lust und Laune. Nach Wetter und nach Zeit.

Was dich erwartet – ein kleiner Blick ins Roadbook des Oldtimer Rallye Abenteuers in Deutschland
Wir verraten nicht viel. Das gehört dazu – und Louis wäre vermutlich auch nicht begeistert, wenn wir hier das halbe Roadbook ausbreiten. Aber ein paar Einblicke, die die Vorstellungskraft in Gang bringen: die gönnen wir euch.
Eine der Aufgaben führt nach Erfurt. Dort soll das Auto fotografiert werden – vor einem Autogrill, mit einer Thüringer Bratwurst. Klingt simpel. Die Realität ist oft eine andere. Parkverbot, geschlossene Bratwurstbuden, der Senf ist gerade ausverkauft. Wir haben schon alles erlebt, Verkleidungen selber organisiert oder mit Regenschirm und Tasche als Marry Poppins auf dem Autodach getanzt.
Die zweite Aufgabe, die wir erwähnen dürfen: Bobby Car Race. Mindestens drei Rennfahrer. Bobby Cars. Ein Rennen. Mehr sagen wir nicht. Wo genau diese Challenge zu meistern ist verraten wir nicht. Aber ihr bekommt eine Idee, um welche Art von Aufgaben es sich handelt. Immer raus aus der Komfortzone. Oft etwas um die Ecke denken und dabei immer kreativ sein. So steht bei der Thütinger Bratwurst Herausforerung im genauen Wortlaut Auto-(Grill) und hier würde ich mir die Freiheit rausnehmen und auch vor dem eigenen Autogrill die Bratwurst zu fotografieren, wenn es keinen Bratwurststand gibt.
Geheimnisvoll aus gutem Grund
Was Louis da zusammengestellt hat, ist kein Pflichtprogramm, das man abhakt. Es ist eine Einladung, Deutschland mit anderen Augen zu sehen – anzuhalten, umzuschauen, Menschen anzusprechen, in Situationen zu geraten, die man nicht geplant hatte. Genau das ist es, was Rallyes von normalen Roadtrips unterscheidet. Man könnte auch einfach von A nach B fahren. Aber dann würde man die Bratwurst in Erfurt verpassen. Und das Bobby Car Rennen. Orte, von denen man schon mal gehört hat, werden plötzlich relevant. Die Kinder können mit. Ein kultureller Familienausflug gratis dazu.
Das ist das Schöne an einem Roadbook: Es gibt eine Richtung vor, aber die Geschichte schreibt sich unterwegs.
Holt eure Autos raus – das Oldtimer Rallye Abenteuer in Deutschland wartet diesen Sommer
Du hast keinen Oldtimer in der Garage stehen? Das ist gar nicht notwendig. Um den Einstieg in so ein Abenteuer zu bekommen, sind die Anforderungen an dein Auto gar nicht so hoch. Die genauen Spielregeln sind bei Rallye Republic beschrieben.
Der Open Road Run läuft bis Ende August 2026. Das Roadbook gibt es über rallyerepublic.de. Wer mitmacht, braucht kein Rennfahrer-Talent, keinen perfekten Oldtimer und keine Erfahrung mit Rallyes. Man braucht Lust auf die Straße, etwas Neugier und die Bereitschaft, auch mal spontan abzubiegen – weil da vorne ein Autogrill ist, der zu gut aussieht um vorbeizufahren.
Unser BMW wird dabei sein. Wer konkret hinter dem Steuer sitzt, ist noch offen. Vielleicht Katrin. Vielleicht Stefan und Julien. Vielleicht auch mal alle zusammen, weil der BMW überraschend großzügig ist, was die Familienmitglieder auf den Rücksitzen angeht – vielleicht darf auch Tara mal mitkommen. EIne Hundedecke auf den Rücksitzen reicht.
Deutschland ist größer als man denkt, wenn man es mit einem Roadbook in der Hand und einem alten Auto unter sich erkundet. 50 Ziele. 50 Aufgaben. Ein ganzer Sommer.
Vielleicht sieht man sich ja
Das Schöne an einem solchen Format: Man fährt nie wirklich allein. Irgendwo in Deutschland sind gerade andere Teams unterwegs, andere Autos auf anderen Straßen, andere Menschen mit demselben Roadbook im Handschuhfach.
Vielleicht kreuzen sich die Wege. Vielleicht steht ihr irgendwann auch vor dem Autogrill in Erfurt und wundert euch, warum da gerade ein schwarzer BMW mit Rallystreifen daneben geparkt ist.
Wenn ja: kurz hupen. Wir hupen zurück.

